Donnerstag, 21. Februar 2008...hab ich mir doch tatsaechlich die Nase gebrochen
Aber fangen wir am Anfang an. Nachdem ich nun also ein Tag zurück in La Y war habe ich die biblioteca aufgemacht und hatte so richtig Lust mit den Kindern aufs cancha zu gehen. (Dieser Zementfussballpaltz). Also bin ich mit den Kindern dahin, wir sind barfuß uebers Cancha gerannt und haben Fußball gespielt. Man muss halt immer wieder aufpassen, weil auf dem cancha immer wieder auch Schlamm ist und der ist natürlich ganz schön rutschig. Als ich dann mal wieder dem Ball hinterhergerannt bin, war ich leider nicht so vorsichtig und bin sowas von ausgerutscht. Es ging alles so schnell, so dass ich mich nicht mit den Händen abstützen konnte, sondern voll mit dem Gesicht voran auf den Zement gedonnert bin. Es hat ganz laut Zing in meinem Kopf gemacht und dann wars erstmal ruhig. Ich habe alles dann auch nicht mehr so ganz mitbekommen. Die Kinder haben mir irgendwann in meinem Gesicht rumgebatscht und ich habe immer nur gesagt: Geht zum subcentro, geht zum subcentro. Naja, sie sind dann also losgerannt und ich habe etwas mein Gesicht abgetastet. Meine Lippe war absolut dick und hat geblutet und meine Nase war auch komplett geschwollen und alles hat einfach nur weh getan. Zwei Kinder sind bei mir geblieben und hatten etwas Angst. Naja, und nach ein paar Minuten ist ein Mädchen strahlend und lachend auf mich zugerannt und hat gerufen: sie kommen, sie kommen.
Und dann war plötzlich das halbe Dorf versammelt und mir ging’s gar nicht gut. Thomas hat mir später gesagt, dass meine Augen in zwei verschiedene Richtungen gekullert sind und ich habe immer wieder das Bewusstsein verloren. Naja, dann sind ein paar Leute mit einer Hängematte und caña gekommen und so haben sie mich dann hoch zum subcentro transportiert. Ich kann mich an den Transport aber nicht mehr erinnern. Und da lag ich nun also und wurde etwas panisch, auch weil ich meine Arme nicht mehr richtig bewegen konnte. Und ich war einfach auch sauer, mein erster Tag zurück in La Y und ich fall halt mal voll auf Zement. Sie haben mich dann auf ein Krankenbett verfrachtet und alle waren so rührend. Guido und Kathi haben versucht mich etwas vom Dreck zu befreien, während mir einfach nur die Tränen uebers Gesicht gelaufen sind. Und dann ist ein Auto gekommen und Joanna und Thomas sind mit mir nach Quininde gefahren um Röntgenaufnahmen zu machen. Und das war sehr komisch. In diesem Raum lagen Hundeknochen rum und Plastikblumen und ich habe nicht mal so einen Schutzmantel bekommen, als ich geröntgt wurde. Nun gut, dort wurde also festgestellt, was Thomas schon vorher vermutet hatte, ich hatte meine Nase gebrochen, aber zum Glück nicht so schlimm. Wir sind dann aber doch noch zwei Stunden nach Santo Domiongo um auch noch meinen Kopf durchzuchecken. Wir sind ja mit einem Auto gefahren und das war ein einziges Geholper, weil die Straße voll mit Schlaglöchern ist, und bei jedem Loch habe ich gedacht, mein Kopf platzt gleich. Nun gut, wir sind dann endlich beim Krankenhaus angekommen, wo uns gesagt wurde, dass sie nicht die Geräte haben um meinen Kopf durchzuchecken und wir mussten zu einer Praxis mit einem sehr merkwürdigen Arzt. Es war inzwischen ja auch schon Nacht und es war alles etwas unheimlich. Allein in einer ganz leeren Praxis und einem komischen Arzt der immer gesagt hat: Plaese don’t move. Nachdem er mich also durchgecheckt hatte und alles in Ordnung war, ist Thomas los um ein Taxi zu suchen. Joanna und ich standen also mit dem Arzt in der Tür und er hat nur gesagt: Hier ist es sehr gefährlich in der Gegend, ich habe immer das dabei. Und dann hat er seine Jacke aufgemacht und wie ein Cowboy zur Seite gehoben, um uns seine „Waffe“ zu zeigen, die Joanna und ich aber beide nicht so ganz identifizieren konnten. Und Thomas war ganz allein da unterwegs. Ich habe dann also mal etwas ängstlich nach ihm gerufen, aber keine Antwort bekommen, er ist dann auch zum Glück kurz danach mit einem Taxi gekommen und wir sind in ein Hotel. Wir haben und dann noch in ein chinesisches Restaurant gesetzt und eigentlich noch das Beste aus der Nacht gemacht. Außerdem waren wie Betten im Hotel wunderbar hart, so dass wir echt glücklich waren, als wir endlich im Bett lagen. Am nächsten Tag sind wir dann wieder ins Krankenhaus um was wegen meiner Nase zu machen, aber der Arzt hat gesagt, dass sie zwar gebrochen ist, aber an ihrem richtigen Platz, deswegen lassen wir sie einfach so. Ja und jetzt bin ich hier also wieder in La Y mit einer geschwollenen und grünen Nase und hoffe einfach, dass sie ganz schnell wieder heilt. Und natürlich kann ich kein Schritt mehr aus dem subcentro machen ohne gefragt zu werden wie es mir geht. Aber das ist ja eigentlich auch das, was ich an diesem Dorf liebe. Mittwoch, 20. Februar 2008Quito
Direkt ein Tag, nachdem wir von Dogola zurück waren sind Julie und ich also nach Quito um dort Josefine zu besuchen und ich musste noch ein paar Sachen erledigen.
Der erste Tag war für mich erstmal ein Schock. Von Dogola, wo es kein Auto gibt, kein Strom, kein fließend Wasser und kaum Menschen in so eine Großstadt. Ich war erstmal ziemlich überfordert und total überdreht. Aber am nächsten Tag konnte ich es schon wieder richtig genießen. Pizza, warmes Wasser, Waschmaschine, Taxi. Aber es war sowas von kalt in Quito, darauf waren Julie und ich gar nicht eingestellt, nachts mit drei Decken schlafen zu müssen und einem dicken Wollpullover. Also wir haben zwei Tage das Leben in der Stadt genossen um dann wieder in den Dschungel zu gehen. Diesmal aber in den Orient und mit einer Touristentour. Wir sind also die ganze Nacht von Donnerstag auf Freitag 12 Stunden lang durchgefahren, nur an einem Ort rauszukommen, der eigentlich so war wie Dogola, zumindest der Dschungel. Es war schon ganz schön. Man musste erstmal 2 Stunden mit einem Kanu durch den Dschungel fahren um bei unserer Unterkunft anzukommen, aber der Dschungel selbst war echt nicht so spektakulär. Und dann mit so vielen Touristen und fast nur Deutsche, ich konnte damit erstmal gar nichts richtig anfangen. Das war echt so das Gegenteil von dem was ich in Dogola erlebt hatt. Bei dieser Dschungeltour, wo die Touristen mit ihrem Ausrüstung und Dschungelhose rumgelaufen sind und sich wie die großen Abenteurer vorgekommen sind und die Einheimischen waren keine Freunde von uns, sondern sie haben einfach für uns gearbeitet. Aber es war auf alle Fälle ein schöner Ausflug und ich konnte mal richtig entspannen. Wir haben geangelt (also ich nicht) und viel gebadet und zwei Touren durch den Dschungel gemacht. Naja, Julie, Josefine und ich kennen uns ja schon mit Matsch aus, aber die Anderen. Wir mussten mal ca. 20 Meter durch den Matsch, und dazu noch absolut flüssiger Matsch und meistens nur knöcheltief und da kommt man echt sehr leicht durch, nun gut, das Geschrei war groß und bis wir da alle durch gekommen sind hat es ewig gedauert. Julie und ich haben uns nur angeschaut und das Selbe gedacht. Aber ich will ja auch nicht wissen, wie ich mich angestellt hätte, wenn ich das erstemal durch den Schlamm gemusst hätte. Am nächsten Tag hat sich dann aber ein Mädchen doch tatsaechlich ihre Dschungelhose geputzt, weil ein paar Dreckspritzer drauf waren und da mussten Julie und ich schon etwas lachen. Aber ich will den Trip auch nicht schlecht machen, es war wirklich schön und erholsam und vor allem war ein schwäbisches Pärchen dabei, die sogar meinen Ort kennen. Und die haben geschwäbelt, was das Zeug hält und ich habe es in vollen Zügen genossen, richtig breites wunderbares Schwäbisch. Ich habe meins ja leider hier völlig verlernt. (Ich wurde hier doch tatsaechlich mal gefragt, ob ich aus Norddeutschland komme, weil ich so ein klares Deutsch habe. Hilfe, nein!!!). Also hat sich von dem her schon der Trip gelohnt und ich hab mich wie blöde gefreut, als ich plötzlich anstatt eines klarem Danke eine wunderbar schwäbisches Daange gesagt habe.... Am Sonntag ging es dann also wieder zurück nach Quito. Und am Montag haben wir Josefines Abschied mit all ihren Freunden in Quito gefeiert. War total schön und für Josefine auch noch ein schöner Abschied von Quito. Am Mittwoch ging es dann wieder zurück nach La Y. Nachdem ich zwei Wochen nicht mehr dort war wollte ich nun richtig schön arbeiten und hatte sehr viele Pläne, aber am Donnerstag, 21.Februar.2008 hab ich mir doch tatsaechlich die Nase gebrochen. Freitag, 15. Februar 2008Dogola
Am Tag nach Josefines und Philipps Abschied ging es dann also nach Dogola.
Ich wollte ja schon immer mal „adentro“ (rein) gehen. Das heißt echt mal in die Pampa. Es gibt zwei Wege, die aus La Y führen. Der eine Weg geht vorbei an der Lagune und der andere führt adentro. Das heißt man geht immer tiefer in die Pampa und kommt an lauter verschiedenen Dörfern vorbei. Wobei man das Wort Dorf hier nicht falsch verstehen darf. Das sind weit verstreute Häuser und auch nur ein paar wenige. Man kommt vielleicht mal an einem Haus, das am Wegesrand steht vorbei und dann sagt man: Jetzt sind wir in dieser oder jener comunidad. La Y ist das einzige Dorf, wo die Häuser wirklich beieinander stehen. Wie gesagt, ich wollte schon immer mal „adentro“. Ich hatte bisher ja immer nur die Leute gesehen, wie sie kommen, auf diesem einzigen Weg, der von „adentro“ nach La Y führt. Mit völlig verdreckten mulas, vollgepackt mit Säcken. Aber ich hatte nie eine Vorstellung, wie es auf diesem Weg und in den verschiedenen Dörfern aussieht, wo die Menschen herkommen. Ich wollte ja mehrere Male mit Philipp seine Familie in Dogola besuchen, aber leider ist immer was dazwischen gekommen, also habe ich beschlossen mit Karen die Familie zu besuchen (sie und Philipp haben ein gemeinsames Patenkind in Dogola). Aber kurz entschlossen haben sich Julie, Thomas und Edwin auch noch dran gehängt und wir haben eine Minibrigade aus dem Trip nach Dogola gemacht. Ich hatte zwei Tage vorher noch gespuckt, bis ein Tag zuvor hatte ich Antibiotika genommen und die Nacht vorher hatte ich ja wegen des Festes nur knapp vier Stunden geschlafen. "Dogola" vollständig lesen Donnerstag, 14. Februar 2008Abschied von Josefine und PhilippNach einem halben Jahr, das Philipp hier war, hieß es also für ihn Abschied nehmen. Josefine war ja schon seit ca. 4 Wochen in Quito, um dort im Krankenhaus ein Praktikum zu machen (davor war sie ca. 5 Monate im Projekt) und sie ist also für ein paar Tage wieder gekommen um mit Philipp zusammen Abschied zu feiern. Am gleichen Tag wurde auch noch Alexandras Tochter Thaíz ein Jahr alt, was hier in Ecuador ein ganz wichtiger Geburtstag ist. Nur leider war sie krank und konnte so nicht wirklich an ihrem eigenen Geburtstag teilnehmen... Wir haben also ein großes Fest im neuen Haus gemacht. Wir hatten zwei große Torten und lauter Leute sind auch aus dem Dorf gekommen. Natürlich gab es viele Reden und die Tränen sind bei dem Einem oder Anderem geflossen. Aber wir wollten natürlich kein trauriges Fest draus machen, sondern schön und ausgelassen feiern. So haben wir also viel getanzt und gegessen und um 1 Uhr wollte ich mich dann endlich schlafen legen (am nächsten Tag sind wir ja nach Dogola gegangen). Also war ich oben in meinem Zimmer, habe meine Zähne geputzt und da höre ich von unten doch tatsaechlich Michael Jackson. Ich also sofort wieder runter und wir Freiwilligen haben nur noch gesponnen. Wir Mädels haben völlig verrückt getanzt und die Jungs aus dem Dorf haben uns ganz erstaunt zugeschaut. Also haben wir sie dazu genötigt mitzutanzen und wie sie dann getanzt haben, ich muss jetzt schon wieder lachen. Sie hatten den moonwalk perfekt drauf und haben ohne Hemmungen mit uns völlig verrückt getanzt und sind endlich mal von ihrem völlig langweiligen Cumbiatanz abgekommen, der ja sonst immer auf den Festen getanzt wird. Hat uns auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und die Jungs durften sich nicht mehr setzten sondern mussten die ganze Zeit mit uns tanzen. Ich glaube sie haben uns Freiwillige noch nie so erlebt, aber ich mein, es war ja auch Musik von Michael Jackson. So ist nun also Josefines und Philipps Zeit hier vorbeigegangen. Mir hat es natürlich das Herz gebrochen, sie am nächsten Tag zur ranchera zu bringen. Sie sind mir hier doch sehr wichtige Freunde geworden und der Austausch mit Deutschen (Oh Entschuldigung Philipp, natürlicher der Austausch mit einer Deutschen und einem Österreicher) auf meiner Sprache war mir immer sehr wichtig. Aber das Leben im subcentro geht weiter, wenn es jetzt auch ein bisschen anders ist. Mittwoch, 13. Februar 2008Sportgruppe fuer FrauenDie Frauen hier im Dorf haben nicht wie wir in Deutschland irgendwelche Hobbies (auf jeden fall scheint es so). Sie arbeiten, ziehen die Kinder groß und schmeißen den ganzen Haushalt. Aber dass sie sich mit anderen Frauen treffen oder in ihrer Freizeit irgendeiner Aktivität nachgehen, dass gibt’s eigentlich nicht so sehr. Sie schauen ihre Telenovelas. Nur die jüngeren Mädchen haben zum Beispiel ihre Fussballgruppe, aber sie spielen leider auch nicht regelmaessig. Also haben Joanna und ich uns gedacht, wir könnten eine Sportgruppe für Frauen ins Leben rufen. Zum Einem haben sie dann Bewegung und Sport ist immer gut. Aber so kommen auch die Frauen aus dem Dorf zusammen. Sie haben Spaß und eine eigene Aktivität neben dem Haushalt und ihrer Arbeit. Also haben wir beschlossen Aerobic und Yoga für die Frauen anzubieten. Erstmal haben wir natürlich im Dorf nachgefragt, ob überhaupt Interesse an so einer Sportgruppe besteht und waren erstaunt, wie viele Frauen von der Idee begeistert waren. So haben wir also beschlossen zweimal die Woche den Kurs anzubieten. Aber wenn man hier in Ecuador so etwas macht, dann ist das ja immer etwas anders als in Deutschland. So begeistert die Frauen sind, von selber kommen sie nicht wirklich. Also haben wir erstmal Poster im Dorf aufgehängt und Werbung für die Gruppe gemacht. Dann haben wir Flyer ausgeteilt an alle Frauen im Dorf und sie, immer wenn wir sie gesehen haben, daran erinnert. Als wir dann das erste Mal die Gruppe gemacht haben, sind sogar zwei Frauen von selber gekommen und Joanna und ich haben noch eine im Dorf aufgesammelt. Leider war der Tag für unsern ersten Kurs etwas ungeschickt gewählt, weil eine Réunion für Frauen in einem Dorf weiter stattgefunden hat. Also war die Gruppe recht ueberschaulich, aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Die Frauen haben nämlich auch noch ihre Kinder mitgebracht und die haben auch mit Begeisterung mitgemacht. Und beim nächsten Mal waren wir plötzlich 18 Leute in einem Raum. Er sind so viele Frauen gekommen, die alle noch ihre Kinder mitgebracht haben und alle Freiwilligen vom subcentro haben mitgemacht. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß und wir haben uns immer gegenseitig angefeuert und motiviert. Und nun will sogar ein Mann bei unserer Sportgruppe mitmachen, weil seine Frau so begeistert davon ist.... Sonntag, 20. Januar 2008Regenzeit
Wie ich schon oft erwähnt habe, wir stecken mitten im Winter und das bedeutet, mitten in der Regenzeit. Und das hat natürlich ganz schöne Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Nicht nur, dass wir jetzt die ganze Zeit mit Stiefeln rumstapfen müssen, sondern jetzt fängt auch alles richtig an zu schimmeln. Und ich meine wirklich alles. Das fängt bei Schmuck an, dann Klamotten, mein Reisepass, Handtücher, teilweise meine Medizin, etc. An allem hängt immer ein muffliger Geruch und alles ist feucht. Zu waschen ist jetzt echt furchtbar, weil einfach nichts mehr trocken wird. Aber manchmal kommt die Sonne raus. Richtig stark und das geniessen wir dann in vollen Zügen. Kurz darauf kann es dann aber wieder richtig anfangen zu schütten. Das Erstaunliche daran ist, dass ich aber nie meine Regenjacke benutzen muss. Der Regen ist ganz angenehm und es ist ja immer warm. Und es ist wirklich schön im Dorf, wenn es richtig schüttet. Dann fliessen durchs ganze Dorf kleine Bäche. Aber einen Berg hochzukommen ist wirklich eine Herausforderung, zum Beispiel zur biblioteca, das ist einfach nur gefährlich und eine einzige Rutschpartie. Unser neuer Arzt aus Deutschland hat gemeint hier könnte man ja “Schlammski” fahren.
Um nach Quininde zu kommen fährt man ja auch durch die Pampa und man muss auch einen Fluss durchqueren und manchmal fahren dann keine rancheras, wenn der Fluss zu hoch ist. Das ist dann wirklich ungeschickt. Meistens fahren dann camionetas. Die Eine fährt bis zum Fluss und die Andere wartet auf der anderen Seite und man muss über einen Baustamm laufen um den Fluss zu überqueren. Mir ist das zum Glück noch nie passiert, bei mir sind bisher immer rancheras gefahren. Aber der Regen hat auch echt seine Vorteile. Wir haben jetzt zum Beispiel immer fliessend Wasser, weil unser Tank ja immer vollgeregnet wird, und das ist echt gut. Sonntag, 20. Januar 2008Kommen und Gehen im subcentro
Hier ist ein ständiges Kommen und Gehen. Morgen geht Josefine nach Quito und macht dort ein Praktikum in einem Krankenhaus. Dafür ist aber heute ein neuer Arzt aus Deutschland gekommen, der für drei Monate hier bleiben wird. Wir haben ja auch seit zwei Wochen eine neue Krankenschwester, aber es fühlt sich so an, als wäre sie schon immer dabei, sie ist wirklich toll. Aber der Abschied von Josefine fällt mir wirklich schwer.
Ich bin jetzt mal gespannt auf die neue Zeit. Philipp geht ja auch schon in drei Wochen und es fängt echt eine neue Ära an mit vielen neuen voluntarios. Die Frau vom Arzt kommt ja auch in drei Tagen und im Februar kommt noch ein voluntario aus Amerika. Samstag, 19. Januar 2008Frauenfussball
So klein La Y auch ist, eine Frauenfussballmannschaft gibt es. Also ein paar Mädles die sich zum Fussballspielen treffen. Und sie sind echt gut. Manchmal gibt es auch Spiele gegen Mannschaften aus anderen comunidades.
Auf jeden Fall sind wir gringas diesmal mitgegangen. Fussball wird hier auf dem cancha gespielt. Ein geteerter Platz mit zwei Toren. Auf jeden Fall die Männer spielen immer auf dem cancha. Die Frauen müssen auf den Platz vor der Schule, wenn die Männer spielen und das ist echt ein einziger Matschplatz. Und wenn die Frauen mal auf dem cancha beim Spielen sind und die Männer kommen, dann ist ganz klar, dass sie gehen müssen. Aber ich finde schon mal gut, dass es hier überhaupt eine Frauenfussballmannschaft gibt. Es muss sich aber echt noch viel ändern im Umgang mit den Frauen. Nach ihrem Spiel haben die Männer uns dann aber Platz gemacht. Es hatte vorher aber ganz schön geregnet und alles war nass. Also sind wir Mädels in Gummistiefeln über den Platz gerannt. Es war aber mehr ein Rumrutschen und ein Hinfallen. War aber sehr lustig. Aber Fussball in Gummistiefeln zu spielen ist echt schwer. Am Rand sassen natürlich die ganze Zeit die Jungs die bei jedem Hinfallen, Fehler oder Tor gegrölt haben. Wir Mädels haben uns aber wacker geschlagen. Und wir haben festgestellt, dass unsre neue Krankenswchwester eine sehr gute Spielerin ist, leider war sie aber nicht in meiner Mannschft, dass heisst, wir haben richtig schön verloren. Trotzdem hat es sehr viel Spass gemacht, schon allein mit den Mädles aus dem Dorf was zu machen ist was Tolles. Samstag, 19. Januar 2008Das exámen
Am Samstag war es also soweit. Wir haben im Colegio das Englischexamen geschrieben. Die ganze Woche habe ich damit zugebracht mit meinen Schülern zu lernen. Ich war bei ihnen zuhause oder sie waren in der biblioteca. Wobei einer sogar aus einem Dorf, das mit dem Pferd ca. 3 Stunden entfernt ist, kam. Manche hatten alles total gut verstanden und andere sahen mich an, als hätten sie noch nie ein englisches Wort gehört. Ich habe am Freitag vor dem Exámen noch bis 23.30 mit Schülern gelernt und am Samstag um 8 Uhr, vor der Schule nochmal.
Naja, hier wird das alles aber nicht so ernst genommen, ich hatte jedenfalls nicht das Gefühl. Die Schüler waren zwar schon aufgeregt, aber sie hängen sich gar nicht so sehr rein und lernen richtig zuhause. Dementsprechend war auch das Exámen. Die Lehrer vom Colegio sassen auch dabei und haben mich sogar aufgefordert manchen Schülern zu helfen. Ich habe auch wirklich geholfen so gut ich konnte. Und so ging das Exámen also vorüber. Und ich habe wirklich gemerkt, mit wem ich gelernt habe und mit wem nicht. Sie müssen einfach lernen, aber man muss sich wirklich neben sie setzten und schaun, dass sie es tun. Von selbst machen sie nicht wirklich was. Ich hatte aber zum Glück nur zwei schlechte Exámen. Nächste Woche gebe ich die Noten dann aus und die Zeit als Lehrerin ist damit leider schon beendet. Sooft ich auch frustriert war, es war auch eine echt gute Zeit für mich und eine wichtige Erfahrung. Viele meiner Schüler habe in dieser Woche, in der ich so viel mit ihnen gelernt habe, erst richtig kennengelernt und jetzt ist die Zeit mit ihnen leider vorbei. Aber ich sehe viele von ihnen ja immer noch im Dorf und ich bin ihnen durch meine Tätigkeit als Lehrerin auf alle Fälle näher gekommen. Sonntag, 13. Januar 2008Die biblioteca auf Vordermann bringen:
Philipp und ich haben damit angefangen die biblioteca auf Vordermann zu bringen. Wir haben sie ausgemiestet, haben Bücher aussortiert und sind jetzt dabei alle Bücher, die wir haben, aufzuschreiben und in eine Liste einzutragen. Wir sind schon bei über 150 Bücher. Die Bücher und Zeitschriften, die echt nicht mehr zu gebrauchen sind, haben wir in einem Feuer vor der biblioteca verbrannt, und die Kinder waren natürlich ganz begeistert dabei. Teilweise war es echt unnötiges Zeug, was wir an Büchern in der biblioteca hatten, oder ganz alte Zeitschriften und dazu noch auf Englisch und Bücher die schon ganz verfallen waren. Alles hat jetzt seine Ordnung, und jedes Buch hat seinen eigenen Code und Aufkleber. Und wir haben verschiedene Abteilungen, und jede hat ihre eigene Farbe.
Wir haben mit den Schülern vom Colegio ja auch in der biblioteca gelernt und so haben sie auch Bücher ausgeliehen, was echt gut ist. Wir haben so viele Jugend - und Erwachsenenbücher und leider kommen meistens nur Kinder in die biblioteca, wäre echt toll, wenn wir noch mehr Jugendliche zum lesen animieren könnten. Samstag, 12. Januar 2008Das Schwein füttern
Unsre Nachbarn haben ein Schwein. Und dieses Schwein bekommt auch von uns Fressen. Wir haben in der Küche eine Tonne stehen, wo einfach alle Essensreste reingeworfen werden. Also echt alles. Und das bekommt dann das Schwein. Aber unsre Nachbarn bekommen auch von Anderen aus dem Dorf ihre Essensreste für das Schwein. An diesem Tag habe ich also Mayerlin und Anderson (unsre Nachbarskinder) getroffen, als sie gerade dabei waren einen Eimer mit ekligen und stinkenden Essensresten zu ihrem Haus hochzuschleppen um das dann dem Schwein zu verfüttern. Aber ich konnte echt nicht zuschauen, wie die sich da einen abschleppen und habe mich erbarmt und ihnen den Eimer getragen und wollte ihn einfach nur zum Schwein bringen. Aber dann habe ich gesehen, wie das Schwein lebt und dass es etwas schwierig ist dem das Fressen zu geben und habe mich auch noch dazu erbarmt Mayerlin und Anderson beim Füttern zu helfen, also ich weiss echt nicht, wie die das sonst machen. Also, als erstes muss man den Fressnapf vom Schwein aus dem Schlamm ziehen, und das ist richiger Schlamm. Ich bin da komplett eingesunken, ich stand mit meinen Stiefel bis oben hin im Schlamm. So ist es echt alles andere als einfach den Napf rauszuziehen ,dazu kommt noch, dass das Schwein angebunden ist und man sich auf kleinstem Raum mit ihm befindet und man muss sich echt vor ihm schützen. Mayerlin hat die ganze Zeit mit einem Eimer versucht es mir vom Leibe zu halten und sie hat immer Huschhusch gesagt. Na gut, dann hatte ich also diesen absoluten verschlammten Napf und da haben wir dann das stinkende Fressen reingeschüttet und den Napf musste ich dann natürlich wieder zurückstellen, was noch schwerer war, weil das Schwein jetzt noch schwerer zu bändigen wear, weil es ja das Fressen wollte und ich konnte mich kaum bewegen, weil ich ja im Schlamm versunken war. Mayerlin hat also mit dem Eimer das Schwein geschlagen und Huschhusch gesagt und das Schwein wollte an den Napf, den ich in der Hand hatte. Schließlich habe ich es dann sogar geschafft, den Eimer wieder zurück in den Schlamm zu stellen und musste dann ja auch wieder rauskommen. Also da stand ich, bis zu den Knien im Schlamm und Mayerlin war auch völlig versunken. Als ich dann versucht habe mich zu befreien ist mein Stiefel steckengeblieben und es war echt ein Kampf mit dem Schlamm und das Schwein war ja auch noch da. Irgendwann habe ich es geschafft und dann mussten wir auch noch Mayerlin befreien. Wer hätte gedacht, dass ein Schwein zufüttern so eine Herausforderung ist.....
Donnerstag, 10. Januar 2008Was bisher geschah…..Ich bin jetzt also schon seit knapp 2 Monaten in Ecuador, besser gesagt in "Was bisher geschah….." vollständig lesen Sonntag, 11. November 20071. Eintrag
Bei mir ist es jetzt also auch bald soweit. Ich fliege übermorgen, nach Ecuador. Zum Glück hatte ich in den letzten Tagen so viel zu tun, dass ich gar nicht richtig aufgeregt sein konnte, aber so langsam kommt die Nervosität. Ich freu mich auf jeden Fall sehr auf das halbe Jahr und hoffe eine schöne Zeit dort mit den Ecuadorianern und den anderen Freiwilligen zu haben.
Noch kann ich mir gar nicht richtig vorstellen was alles auf mich zukommt. Ich hab schon so viel von Ecuador gehört und bin jetzt sehr gespannt wie ich dieses Land erleben werde. Der Zugang ins Internet ist da ja nicht so einfach, aber ich werde versuchen sooft ich nur kann von meinen Erlebnissen in diesem Blog zu berichten.
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