Die Frauen hier im Dorf haben nicht wie wir in Deutschland irgendwelche Hobbies (auf jeden fall scheint es so). Sie arbeiten, ziehen die Kinder groß und schmeißen den ganzen Haushalt. Aber dass sie sich mit anderen Frauen treffen oder in ihrer Freizeit irgendeiner Aktivität nachgehen, dass gibt’s eigentlich nicht so sehr. Sie schauen ihre Telenovelas.
Nur die jüngeren Mädchen haben zum Beispiel ihre Fussballgruppe, aber sie spielen leider auch nicht regelmaessig. Also haben Joanna und ich uns gedacht, wir könnten eine Sportgruppe für Frauen ins Leben rufen. Zum Einem haben sie dann Bewegung und Sport ist immer gut. Aber so kommen auch die Frauen aus dem Dorf zusammen. Sie haben Spaß und eine eigene Aktivität neben dem Haushalt und ihrer Arbeit.
Also haben wir beschlossen Aerobic und Yoga für die Frauen anzubieten.
Erstmal haben wir natürlich im Dorf nachgefragt, ob überhaupt Interesse an so einer Sportgruppe besteht und waren erstaunt, wie viele Frauen von der Idee begeistert waren. So haben wir also beschlossen zweimal die Woche den Kurs anzubieten. Aber wenn man hier in Ecuador so etwas macht, dann ist das ja immer etwas anders als in Deutschland. So begeistert die Frauen sind, von selber kommen sie nicht wirklich. Also haben wir erstmal Poster im Dorf aufgehängt und Werbung für die Gruppe gemacht. Dann haben wir Flyer ausgeteilt an alle Frauen im Dorf und sie, immer wenn wir sie gesehen haben, daran erinnert.
Als wir dann das erste Mal die Gruppe gemacht haben, sind sogar zwei Frauen von selber gekommen und Joanna und ich haben noch eine im Dorf aufgesammelt. Leider war der Tag für unsern ersten Kurs etwas ungeschickt gewählt, weil eine Réunion für Frauen in einem Dorf weiter stattgefunden hat. Also war die Gruppe recht ueberschaulich, aber es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht. Die Frauen haben nämlich auch noch ihre Kinder mitgebracht und die haben auch mit Begeisterung mitgemacht.
Und beim nächsten Mal waren wir plötzlich 18 Leute in einem Raum. Er sind so viele Frauen gekommen, die alle noch ihre Kinder mitgebracht haben und alle Freiwilligen vom subcentro haben mitgemacht. Wir hatten wahnsinnig viel Spaß und wir haben uns immer gegenseitig angefeuert und motiviert.
Und nun will sogar ein Mann bei unserer Sportgruppe mitmachen, weil seine Frau so begeistert davon ist....