Am besten fang ich ganz am Anfang an. Meine Landung am 13.November in Quito
nach einem absoluten Horrorflug und 10 Stunden Verspaetung. Ich stieg aus dem
Flugzeug und stellte mich schon darauf ein in irgendein Hostel gehen zu
muessen, aber tatsaechlich standen Carlos und Blanca, bei denen ich die
naechsten 6 Tage verbarchte, am Flughafen und erwarteten mich.
Auf jeden Fall hab ich dann erstmal 6 Tage in Quito verbracht. Ich war
voellig begeistert von der Stadt. Auch wenn es manchmal echt auch schwer fuer
mich war. So viele arme Kinder auf der Strasse, die betteln und arbeiten
muessen, das war fuer mich ein echter Schock. Ich hab ja gewusst, was mich erwartet, aber es dann wirklich zu
erleben ist dann nochmal was ganz anderes. Ich hab aber zum Glueck viele neue
Leute kennengelernt, mit denen ich mich austauschen konnte und natuerlich
Carlos und Blanca sind einfach nur toll.
Mit Fanny, sie arbeitet fuer foundation human nature im Buero in Quito, bin
ich dann schliesslich am 19.11 nach La
Y gefahren. Ich war natuerlich nur am Staunen ueber die
Wahnsinnslandschaft und ihre Veraenderung je naeher wir La Y kamen. Wir sind aber erstmal
nach Quininde, um von dort aus dann die ranchera nach La Y zu nehmen. Und Quininde ist,
wie wir hier sagen, Quininde. Mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Eine
absolut grauenhafte Stadt. Man faehrt durch den „Dschungel“ und ploetzlich ist
man in Quininde. Eine dreckige, unorganisierte und fuer mich echt traurige
Stadt. Naja, also und von da ging es dann also weiter mit der ranchera. Eine
ranchera ist eine Art Lastwagen. Etwas schwer zu beschreiben. Auf jeden Fall
sitzt man da eingequetscht auf kleinen Baenken und rumpelt ca. 1,5 Stunden
durch den „Dschungel“ und kommt dann schliesslich in La Y an. Mit der ranchera zu fahren
ist jedes mal ein Erlebniss, vorallem ober auf dem Dach der ranchera zu sitzen
ist einfach nur traumhaft....
So, da war ich nun also in La Y. Ein sehr
kleines Dorf (aber das Hauptdorf in der Region) und hab mich seh schnell sehr
wohl gefuehlt. Die Landschaft ist natuerlich totaler Wahnsinn und die Lagune
erst recht. Und natuerlich die Menschen in diesem Dorf, vorallem die Kinder,
mit denen ich ja hier am meisten zu tun habe sind mir total ans Herz gewachsen.
Aber bevor ich jetzt alles detailliert erzaehle und noch in einer Woche
am Schreiben bin, schreibe ich jetzt
lieber kurz ueber alles, was mir von den 2 Monaten, die ich nun hier bin,
vorallem im Gedaechniss geblieben ist.
Fangen wir mit den Freiwilligen hier an, damit ich nicht irgendwelche
Namen erwaehne und niemand weiss, von wem eigentlich die Rede ist.
Da gibt es zum Einem Joanna, sie ist hier von Cuerpo de Paz aus und wird
ganze zwei Jahre hier im Projekt bleiben. Ihre Aufgabe ist „gesundheitliche
Aufklaerung“, Familienplanung und vieles mehr.
Dann gibt es noch Josefine.Sie ist Medizinstudentin und arbeitet also als
doctora im subcentro, sie geht aber leider schon in zwei Wochen und war dann
ca. 5 Monate insegesamt im Projekt.
Und Philipp. Mit ihm arbeite ich im Bereich Bildung. Wir machen zusammen
die biblioteca und geben beide Englischunterricht im colegio. Ausserdem geht er
noch sehr oft nach Dogola (ein Dorf so richtig in der Pampa, zu Fuss ca. 5
Stunden (bei trockenem Wetter) entfernt), wo er sein Patenkind hat und auch
Unterricht gibt.
Und dann gibt es noch so viele andere die hier auch arbeiten. Alexandra,
cocinera. Katy, Krankenschwester. Guido arbeitet im Laboratorium. Edwin ist der
director der fundacion. Juan der administrator. Adrian ist der presidente.
Karin kommt aus Amerika und hat das ganze Projekt hier mit aufgebaut. Fanny.
Juan, der neuen medico rural und Wilson,
er macht hier auch sein medico rural jahr, als Zahnarzt.
Ich hoff ich habe jetzt niemand vergessen und natuerlich haengen hier im
Projekt noch viel mehr Menschen drinne, aber die ich hier aufgezaehlt habe, das
sind so die, die direkt im subcentro arbeiten und teilweise auch leben.
Der Austausch mit den Freiwilligen ist fuer mich total wichtig. Manchmal
passieren echt merkwuerdige Sachen im Dorf oder die Menschen verhalten sich
fuer uns etwas unverstaendlich und dann tut es echt gut sich mit den anderen
darueber auszutauschen.
Meine Aufgabe hier: Wie gesagt ich arbeite hier mit Philipp im Bereich
educacion. Wir arbeiten zusammen in der biblioteca. Da spielen wir mit den
Kindern, vorallem mit Knete. Wir lesen mit ihnen, machen teilweise die
Hausaufgaben mit ihnen und wiederholen staendig die Farben und Zahlen auf
Englisch. Hier wird ausserdem sehr voneinander nachgemacht und so versuchen
Philipp und ich auch die Kreativitaet der Kinder zu foerdern.
Ausserdem habe ich noch 3 Klassen denen ich Englischunterricht gebe. Zwei
Klassen habe ich in der escuela, das ist wie eine Grundschule und dann habe ich
noch eine Klasse im colegio. Der Unterricht in der escuela ist aber oft ein
ziemliches Chaos. Oft gibt es auch gar kein Unterricht. Da gehe ich hoch zur
Schule und dann gibt es irgendeine Veranstaltung, oder die Klasse ist einfach
nicht da, oder nur ein Teil. Das ist dann schon etwas anstrengend und auch mit
dem Stoff weiterzukommen ist so ziemlich schwer. Aber ich kann zum Glueck gut
mit den Lehrerinnen reden und mit ihnen versuchen eine Loesung zu finden und
hab den Stundenplan etwas veraendert. Mit den Kindern in der escuela mach ich
also vorallem Farben und Zahlen und ich singe mit ihnen englische Lieder, damit
sie diese Sprache etwas in ihr Ohr bekommen.
Und dann gebe ich nochUnterricht im colegio. Und das ist nochmal was ganz
anderes. Ich stand da ploetzlich vor 40 Schuelern. Ich musste erstmal etwas lachen,
weil mein ganzer Unterricht, den ich vorbereitet hatte etwas dahin war, weil
ich mich auf 25 Schueler eingestellt hatte. (In der ersten Stunde die ich
gehalten hatte waren naemlich nur ca. 25 Schueler, aber dann sind lauter
Schueler von Philipp noch zu mir gewechselt. Er hat die Fortgeschrittenen).
Ausserdem muss ich diesen 40 Leuten muendliche Noten verteilen und ein
Abschlussexamen schreiben. Dieses Examen ist dann Teil ihres Abschlusses vom
colegio. Und ich werde profesora genannt. Was schon ziemlich merkwuerdig ist,
wo doch viele meiner Schueler so alt sind wie ich und sogar aelter. Aber es
macht mir sehr viel Spass, auch wenn es manchmal echt auch sehr frustrierend
ist, weil die Schueler daheim einfach nicht lernen. Naja, die Einstellung zum Lernen
hier ist ziemlich anders als die in Deutschland. Aber es gibt schon ein gutes
Gefuehl, wenn sie etwas verstehen und ich weiss, dass ich ihnen etwas
beigebracht habe. Nur leider vergessen sie oft wieder vieles und wiederholen
nichts zu Hause. Philipp und ich lernen dann mit einzelnen Schuelern in der
biblioteca. Aber das ganze colegio ist Philipp und mir etwas undurchschaubar
und es wirkt manchmal so, als gebe es gar kein richtigen Lehrplan. Manche
Schueler laufen echt 6 Stunden um ins colegio zu kommen und dann werden dort
irgendwelche Puppen gebastelt.
In 2 Wochen ist auf jeden Fall die Abschlusspruefung und ich laufe
natuerlich nervlich auf dem Zahnfleisch was das angeht. Ich moechte ja, dass
meine Schueler alle durchkommen. Es ist schon witzig in der Lehrerposition zu
sein und ich sehe den ganzen Unterricht aus einer ganz anderen Perspektive und
erkenne mich selbst so oft in den Schuelern wieder.Ich war ja selbst in meiner
Schulzeit auch nicht anders, als sie und muss sie jetzt bei Sachen ermahnen,
die ich selbst ja auch gemacht habe. Es ist auf alle Faelle eine mega Erfahrung
fuer mich als Lehrerin hier zu arbeiten. Und so anstrengend und frustrierend es
manchmal ist, es ist doch immer wieder schoen hinzugehen und die Kinder fragen
wann wir wieder Unterricht haben und begruessen mich auf der Strasse auf
Englisch. Auch wenn ich ihnen nicht das Englisch bieten kann, dass ich selber
gelernt habe. (Ist ja auch unmoeglich ohne Schuelbuecher und mit so grossen
Klassen) Es erweitert doch ihren Horizont und zeigt ihnen, dass es noch andere
Sprachen, Laender und Kulturen gibt und noch mehr als nur La Y und Quininde...
Leben im Dorf und im subcentro: Das Leben hier ist eigentlich ziemlich ruhig und
entspannend.Hier gibt es ja nicht viel. Und es tut auch so gut, dass es nicht
viel gibt. Man hat hier nicht staendig die Qual der Wahl. Es gibt was es gibt.
Das ist echt total entspannend.
Auch das Leben im subcentro ist sehr einfach. Wir haben aber fliessend
Wasser (meistens jedenfalls), damit sind wir aber die Einzgen im Dorf. Wenn wir
mal kein Wasser haben muessen wir halt vors Haus zu unserer Wasserstelle gehen
und dort unser Wasser holen. Unser Trinkwasser ist abgekochtes Regenwasser und
wir essen jeden Tag Reis. Ich haette echt nicht gedacht, dass es hier fuer mich
so schwer sein wuerde Vegetarierin zu sein. Aber die Menschen hier kennen das
gar nicht. Die essen Reis und Huehnchen, Die ganze Zeit. Fuer mich gibt es dann
halt ein Ei.
Strom haben wir. Wenn das aber mal fuer zwei Tage ausfaellt ist das auch
nicht weiter wild. Das Dorf hat ja auch
erst seit 2 Jahren Strom.
Die Ereigniss im Dorf ist wenn es ein fiesta gibt. Dann macht sich das
ganze Dorf schick und alle sprechen nur noch ueber dieses fiesta. Und dann
gehen alle dahin. Es wird etwas getanzt. Aber kein salsa oder merengue, sondern
technocumbia. Das ist eher ziemlich langweilig und man bewegt sich die ganze
Zeit nur im Kreis und macht sonst nichts. Die Maenner versuchen und Maedles
immer in irgendein Gespraech zu verwicklen. Aber ich geh total gern auf diese
Feste, einfach schon um die Leute zu beobachten wie sie sich mit ihren
regungslosen Gesichtern sich im Kreis drehen. Und natuerlich die Wahl der
Koenigin. Das ist hier etwas ganz grosses und ganz wichtiges. Bei jedem Fest
gibt es die Wahl zur reina. Sogar bei dem Weihnachtsfest der Grundschule wurde
eine Prinzessin gewaehlt. Die bekommen dann eine Schaerpe um und das ist dann
was ganz Tolles. Wenn das Fest in einem anderen Dorf ist, dann fahren die Leute
aus La Y in einer
camioneta (sowas wie ein Lieferwagen) dahin. Alle zusammengequetscht, die
Frauen mit ihren schicken Schuhen (wir voluntarios machen da ne Ausnahme mit
unseren Gummistiefeln) und rausgeputzt, rumpeln wir dann zu diesem fiesta wo
sich alle versammelt haben, das ist schon ein Erlebniss fuer sich. Und die
Musik laeuft dann bis ca. 8 Uhr morgens.
Leider ist die fiestazeit jetzt aber vorbei weil die Regenzeit jetzt
eingesetzt hat und alles voll mit lodo, Schlamm, ist.
Lobo: Lobo ist unser Hund, echt ein Wahnsinnshund. Jeden, der das subcentro verlaesst,
begleitet er. Nur leider wurde er jetzt von seinem eigentlichen Besitzer nach Santo
Domingo „verschleppt“ und wir hoffen alle nur, dass lobo bald wieder kommt.
Obwohl wir nicht mehr so ganz dran glauben uns ziemlich darunter leiden.
Andere Tiere: Hier sieht man jeden Tag ein neues Tier, und das ist
nicht uebertrieben. Es ist echt Wahnsinn was es hier fuer Insekten gibt. Die
sind echt faszinierend. Ausserdem gibt es hier die schoensten Voegel die ich je
gesehen habe. Total aussergewoehnliche fliegen hier rum. Und die Huehner. Die
rennen hier einfach die ganze Zeit rum. Fuer mich gibt es gar keine
erkenntlichen Besitzer fuer die. Die rennen auch staendig im subcentro rum und
wenn man sie verscheuchen will, drehen sie total durch und springen auf die
Tische, schmeissen alles rum und werden absolut hysterisch....
Schlangen haben wir auch ne Menge. Insgesamt hatten wir jetzt schon drei im
Haus. Die eine war in der Dusche. Es war ne ganz grausliche Geschichte, die
damit geendet hat, dass Adrian sie umgebracht hat. Wir haben sie dann aber auch
begraben. Und Adrian hatte ein extrem schlechtes Gewissen.
Maultiere: Das sind die Fortbewegungsmittel und Transportmittel hier. Die
tun mir immer ziemlich leid, weil die immer ziemlich mitgenommen und apathisch
aussehen.
Hahnenkaempfe: Auch etwas sehr wichtiges hier. Vorallem natuerlich
fuer die Maenner. Da wird getrunken, das
das ganze Geld verspielt, in die Luft geschossen und viel rumgeschrien. Das
faengt um 13 Uhr mittags an und geht dann bis in die Nacht. Ist auf jedenfall
ein absolutes Erlebniss sich das anzuschaun. Wie die Maenner dabei abgehen,
wenn sich die Haehne bekaempfen. Josefine und ich waren die einzigsten Frauen
bei diesem Hanhnenkampf.
Die Lagune: Wunderschoen. Da gibts aber lauter kleine schwarze Fische
drinne, die einen beisen. Ausserdem gibts in der Lagune Kaimane, hab ich aber
auch erst vor kurzem erfahren. Wir wollen mal nachts zur Lagune um die zu
sehen. Tagsueber kommen die naemlich nicht raus. Aber schon der Gedanke, dass
in der Lagune Krokodile rumschwimmen ist etwas unheimlich.
Winter: Winter, das bedeutet Regenzeit und das bedeutet ganz ganz ganz viel lodo. Wir
waren ja ueber Silvester in Kolumbien und als wir wieder nach La Y gekommen sind, mit unseren
Turnschuhen und voellig unvorbereitet, da waren wir ploetzlich im Schlamm. Unser
Nachbar musste uns helfen um zum subcentro hochzukommen. Da muss man naemlich
einen kleinen Berg hoch. Er hat Josefine und mich am Arm gepackt und uns
hochgezogen. Wir waeren sonst echt nicht hochgekommen. Es ist jetzt echt eine
einzige Rutschpartie und es ist total nett, wie die ganzen Kinder mir ihren
Schuluniformen und dann ihren voellig verschlammten Gummistiefeln durchs Dorf
stapfen. Die Schulen werden auch waehrend dieser Zeit geschlossen, weil die
Schueler von weiter weg ja ewig brauchen wuerden um nach La Y zu kommen. Und nichts wird
jetzt mehr trocken. Wir muessen und jetzt echt erstmal daran gewoehnen. Aber
bisher genisse ich es noch durch den Schlamm zu waten.
Sehr aufregende Ereignisse im subcentro: Also was als erstes erwaehnt werden
muss, ist auf jeden Fall die Geburt!!! Eine schwangere Frau ist zu uns zum
subcentro gekommen. Dort hat Josefine sie erstmal untersucht und dann haben sie
beschlossen, dass sie nach Quininde fahren, damit die Frau dort ihr Kind
bekommen kann. Also sind alle, inklusive Josefine natuerlich, auf die camioneta
gestiegen. Und die Frau hat unterwegs das Kind bekommen. Also sind sie wieder
zu uns zurueck gefahren und wir hatten das kleine Ding bei uns im Zimmer. Wir
haben da noch alle zusammengeschlafen, und dann die Frau mit dem Kind halt mit.
Aber was heisst geschlafen. Es gab einige Komplikationen und die Frau hat sich
die ganze Zeit uebergeben und hatte die schlimmsten Schmerzen. Wir haben in
dieser Nacht nicht viel geschlafen und ich bin nur rumgetigert. Aber Josefine
hatte alles super unter Kontrolle. Die Frau war dann also zwei Naechte bei uns.
Ich hab dann auch etwas bei den Untersuchungen von dem kleinen Kind geholfen.
War sehr aufregend. Es ist eh unglaublich, in was ich hier auch in der
Krankenstation fuer Einblicke bekomme. Ich habe auch schon geholfen eine
Schusswunde zu reinigen. Das macht mir
sehr viel Spass und ist total interessant.
Das naechste Ereigniss: Das Nigua in meinem Fuss. Eine ziemlich eklige
Geschichte, darum will ich nicht zu lange darueber erzaehlen. Nur so viel: ich
hatte einen Wurm in meinem Fuss. Ich wurde natuerlich ziemlich hysterisch. Ist
ja auch sehr eklig. Guido hat dann meinen Fuss aufgemacht und den Wurm und
alles was da noch dabei war rausgeholt. Er und Juan (der neue Arzt) fanden es
natuerlich superlustig und haben mich noch Tage danach damir aufgezogen. Ich
fands nur eklig und moechte auch nicht mehr allzuviel darueber nachdenken.
Das neuen Haus: Wir voluntarios wohnen jetzt in einem neuen Haus.
Anfangs haben wir alle noch im subcentro geschlafen und wollten da erst gar
nicht raus, weil wir uns dort so wohl gefuehlt haben. Jetzt haben wir uns aber
alle im neuen Haus eingerichtet und finden es natuerlich super. Vorallem den
Dachboden. Da oben ist es sehr schoen.
Der neue Arzt: Das einzige was er in den ersten Tagen sagen konnte, war
„ Wir sind im Dschungel, wir sind im Dschungel“. Mittlerweile hat er sich aber
auch daran gewoehnt und wir haben sehr viel Spass mit ihm und er hat vom ersten
Moment an total dazugehoert.
Telenovelas: Ganz wichtig hier im Dorf. Ich bin jetzt auch schon gut
bei einer dabei. Aber natuerlich spielen nur Weisse und Reiche in dieser
telenovela....
Guayaquil: Weihnachten habe ich mit Josefine in Guayaquil
verbracht. Wir waren bei der Familie von der Frau von Edwin (Johana) eingeladen.
War eine absolute Erfahrung in Guayaquil. Wir haben sehr viele verschiedene
Leute getroffen aus den verschiedesten Gesellschaftsschichten. Und der erste
Tag in Guayaquil war sehr anstrengend. Gerade waren wir noch im ruhigen La Y und ploetzlich standen wir in
einem Kaufhaus, wo es alles gab. Das hat mich echt etwas kirre gemacht. Aber
dann haben Josefine und ich es genossen, mal wieder einen Doughnut bei Dunkin
Donut zu essen.... Weihnachten war etwas merkwuerdig. Einfach ganz anders als
bei uns. Der Gottesdienst war auf der Strasse. Ein Lastwagen, auf dem der
Priester seine Predigt gehalten hat.
Guayaquil hat mich insegesamt nicht sonderlich beeindruckt. Nur die
Altstadt war echt unglaublich schoen.
Und dann sind wir weiter nach
Kolumbien: Josefine, Johana (die Frau von Edwin) und ich sind also
erstmal an die Grenze gafahren, wo wir uns mit Philipp und Adrian getroffen
haben. Und dann ging es los mit dem Bus durch Kolumbien bis nach Cali. Karin ist
zwei Tage spaeter aus Amerika nachgekommen.
Die Landschaft in Kolumbien ist einfach auch wahnsinnig schoen. Wir sind
dann alle zur Familie von Edwin. Wir wurden von ihnen eingeladen, mit ihnen
Silvester zu verbringen. Natuerlich hatten wir ein etwas mulmiges Gefuehl, bei
dem was man alles ueber Kolumbien hoert. Aber alle Vorurteile wurden aus dem
Weg geraeumt. Vom ersten Tag an. So ein wunderbares Land und so wunderbare
Menschen. Ich war noch nie in einem Land, wo es so viele freundliche, offene
und hilfsbereite Menschen auf einmal gibt. Wir hatten eine wahnsinnig schoene
und glueckliche Zeit in Kolumbien. Die Familien von Edwin ist natuerlich auch
super nett und wir hatten sehr viel Spass mit ihnen. Und wir waren natuerlich
tanzen. Cali ist ja die Stadt des Salsas. Die ganze Stadt wird vom Salsa
regiert. So gibt es eine supergute Energie in der Stadt. Ausserdem ist bis vom
5.12 bis 6.1 alles voller Lichtern. In den Baeumen haengen grosse Voegel und
Schmetterlinge aus Lichtern. Und der Fluss der durch Cali fliesst wird auch
erleuchtet. Ein wunderschoener Anblick. Silvester haben wir salsatanzend
verbracht. Und am 1.1 war der Familienausflug. Wir waren baden an einem Fluss
und mit uns ganz Cali. Es war so voll. Hat aber auch sehr viel Spass gemacht.
Weiter ging es dann nach Popayan, wo wir ein Tag lang waren. Auch eine sehr
schoene Stadt im Kolonialstil. Und dann sind wir noch zwei Tage nach Pasto
gegangen, wo der Carneval war. Alles war weiss. Es war echt unglaublich. Es ist
naemlich der Karneval der blancos und negros. Und es gibt eine Zeit, wo alle
nur weiss rumlaufen. Und es gibt eine Zeit, wo sich alle schwarz anmalen.
Leider haben wir nur die weisse Zeit erlebt. Aber das war schon ein super
Erlebniss. Einfach schon, dass die Menschen an einem Tag weiss und am anderen
Tag schwarz rumlaufen finde ich absolut toll. Hier in Ecuador waere sowas gar
nicht moeglich. Wir sind also mitten rein ins Geschehen und waren nach kurzer
Zeit weiss. Die Klamotten, die Haare, das Gesicht. Alles. Die Menschen haben
sich gegenseitig mit Mehl beworfen und mit weissem Zeug besprueht. Hat mega
viel Spass gemacht.
Also Kolumbien ist fuer mich auf jeden Fall ein Land wo ich wieder hin
moechte.Ich habe dort so viele gute Erfahrungen gemacht. Das haette ich nie
fuer moeglich gehalten. Aber natuerlich habe ich mich wieder total gefreut,
nach La Y zu gehen.
Ich habe meine Kinder ja schon total vermisst.
Und da bin ich nun also wieder in La Y.
Mitten im Matsch und Schlamm und Regen. Und will gar nicht
dran denken, wie schnell die Zeit vergeht. Ich freu mich schon auf die vielen
Dinge die ich hier noch erleben werde und ich werde natuerlich in meinem Blog
davon berichten.