Am Samstag war es also soweit. Wir haben im Colegio das Englischexamen geschrieben. Die ganze Woche habe ich damit zugebracht mit meinen Schülern zu lernen. Ich war bei ihnen zuhause oder sie waren in der biblioteca. Wobei einer sogar aus einem Dorf, das mit dem Pferd ca. 3 Stunden entfernt ist, kam. Manche hatten alles total gut verstanden und andere sahen mich an, als hätten sie noch nie ein englisches Wort gehört. Ich habe am Freitag vor dem Exámen noch bis 23.30 mit Schülern gelernt und am Samstag um 8 Uhr, vor der Schule nochmal.
Naja, hier wird das alles aber nicht so ernst genommen, ich hatte jedenfalls nicht das Gefühl. Die Schüler waren zwar schon aufgeregt, aber sie hängen sich gar nicht so sehr rein und lernen richtig zuhause. Dementsprechend war auch das Exámen. Die Lehrer vom Colegio sassen auch dabei und haben mich sogar aufgefordert manchen Schülern zu helfen. Ich habe auch wirklich geholfen so gut ich konnte. Und so ging das Exámen also vorüber. Und ich habe wirklich gemerkt, mit wem ich gelernt habe und mit wem nicht. Sie müssen einfach lernen, aber man muss sich wirklich neben sie setzten und schaun, dass sie es tun. Von selbst machen sie nicht wirklich was.
Ich hatte aber zum Glück nur zwei schlechte Exámen. Nächste Woche gebe ich die Noten dann aus und die Zeit als Lehrerin ist damit leider schon beendet. Sooft ich auch frustriert war, es war auch eine echt gute Zeit für mich und eine wichtige Erfahrung. Viele meiner Schüler habe in dieser Woche, in der ich so viel mit ihnen gelernt habe, erst richtig kennengelernt und jetzt ist die Zeit mit ihnen leider vorbei. Aber ich sehe viele von ihnen ja immer noch im Dorf und ich bin ihnen durch meine Tätigkeit als Lehrerin auf alle Fälle näher gekommen.